Boßeln
ein beliebter Freizeitsport im Land zwischen Weser und Ems

Das Boßeln ist ein Freizeitsport, der - wie viele Sportarten - gesellschaftliches Beisammensein und sportliche Betätigung in sich vereint.

Im wesentlichen geht es darum, eine etwa kokosnuss-große Holz- oder Hartgummikugel mit möglichst wenigen Würfen über eine möglichst große Distanz zu treiben. Es spielen jeweils zwei Mannschaften gegeneinander. Der Sport findet auf der Straße statt und Sie sollten deshalb diesbezügliche Warntafeln durchaus ernst nehmen. Es gehört sich nicht, laut hupend und schimpfend auf die Vorfahrt des PKW zu pochen, vielmehr erwartet man, dass Sie still und bescheiden Ihren PKW an den Sportlern - und vor allem an der Kugel - vorbeimanöverieren.

Glauben Sie bitte nicht, dieser Sport sei nur etwas für "versponnene Ostfriesen": Das Boßeln wird seit sehr alter Zeit auch in Irland, Dänemark und Nordfriesland praktiziert. Es ist eine durchaus anspruchsvolle Sportart, die Geschicklichkeit und Kraft, manchmal auch taktisches Vorgehen erfordert und die Sieger sind hochangesehen (bes. früher hing das Ansehen eines Mannes nicht unwesentlich von seinen Erfolgen beim Boßeln ab - und damit auch seine Chance, evtl. in einen bedeutenden Hof einheiraten zu können.) Selbstverständlich gibt es auch Wettkämpfe, bis hin zur Weltmeisterschaft.

Die langen Stangen, die einige der Wettkämpfer bei sich tragen, dienen übrigens dazu, die Kugel ggf. aus dem Straßengraben zu fischen.

Nicht selten wird das Boßeln nicht so sehr als Sport, sondern als gemeinschaftlicher Zeitvertreib gesehen und dann mit einem deftigen Grünkohlessen verbunden. Das passt recht gut, denn beides praktiziert man nur im Winter.

(Alle Angaben ohne Gewähr)